Warum die Vorbereitung entscheidend ist
Die Wohnungsübergabe ist für viele Mieterinnen und Mieter ein stressiger Moment. In kurzer Zeit muss die Wohnung vollständig geräumt, professionell gereinigt und an die Verwaltung oder den Vermieter übergeben werden. Fehler bei der Vorbereitung können teuer werden – im schlimmsten Fall drohen Nachbesserungen auf eigene Kosten oder Abzüge von der Mietkaution.
Die gute Nachricht: Mit einer guten Planung und der richtigen Checkliste ist die Wohnungsübergabe kein Hexenwerk. Die meisten Beanstandungen lassen sich durch sorgfältige Vorbereitung vermeiden. In diesem Artikel finden Sie eine vollständige Checkliste mit allen Schritten – von der Planung 4 Wochen vor dem Auszug bis zur Schlüsselübergabe.
4 Wochen vor dem Auszug
Die Vorbereitung beginnt idealerweise einen Monat vor dem Auszugstermin. In dieser Phase geht es um Planung und Organisation:
- Übergabetermin mit der Verwaltung vereinbaren: Rufen Sie frühzeitig an und schlagen Sie einen konkreten Termin vor. Der Termin sollte idealerweise am letzten Miettag oder am ersten Werktag danach stattfinden.
- Professionelle Umzugsreinigung buchen: Holen Sie Offerten ein und buchen Sie rechtzeitig – besonders zu den Hauptumzugsterminen (Ende März, Juni, September, Dezember) sind gute Firmen schnell ausgebucht. Achten Sie unbedingt auf die Abnahmegarantie.
- Kleine Schäden inventarisieren: Gehen Sie durch die Wohnung und notieren Sie alle Schäden, die über normale Abnutzung hinausgehen. Bohrlöcher, Kratzer im Parkett, beschädigte Türgriffe – alles, was repariert werden muss.
- Reparaturmaterial besorgen: Spachtelmasse zum Füllen von Bohrlöchern, Wandfarbe zum Nachbessern, passende Dübel zum Verschliessen der Löcher.
- Nachsendeauftrag bei der Post einrichten: Das geht online und kostet CHF 30–60 für 12 Monate.
2 Wochen vor dem Auszug
Jetzt wird es konkreter. In dieser Phase beginnen die praktischen Vorbereitungen:
- Schäden reparieren: Füllen Sie Bohrlöcher mit Spachtelmasse und schleifen Sie die Stellen glatt. Bei grösseren Löchern (Dübel) verwenden Sie Gips. Lassen Sie die Masse vollständig trocknen, bevor Sie darüber malen.
- Wände bei Bedarf nachstreichen: Wenn die Wände übermässig verschmutzt oder in einer anderen Farbe gestrichen sind, müssen Sie sie in der Originalfarbe nachstreichen. Normale Abnutzung (leichte Verfärbungen, Schatten von Bildern) muss die Verwaltung akzeptieren.
- Alle Räume ausräumen: Beginnen Sie mit dem Packen und räumen Sie Raum für Raum leer. Vergessen Sie nicht Keller, Estrich, Velokeller und Ihren Anteil in der Waschküche.
- Schlüssel zusammensuchen: Sammeln Sie alle Schlüssel – Haustür, Wohnungstür, Briefkasten, Keller, Veloraum, Waschmaschine, Garage. Prüfen Sie, ob die Anzahl mit dem Mietvertrag übereinstimmt. Fehlende Schlüssel können teuer werden (CHF 50–150 pro Schlüssel, bei Sicherheitsschlössern deutlich mehr).
- Zählerstände notieren: Fotografieren Sie die Zählerstände von Strom, Wasser und Heizung als Absicherung für die Nebenkostenabrechnung.
Was muss gereinigt sein? – Die Reinigungscheckliste
Die Verwaltung erwartet in der Regel eine professionell gereinigte Wohnung. Hier ist die vollständige Liste dessen, was bei der Abnahme geprüft wird:
- Backofen von innen (inkl. Bleche, Roste, Seitenschienen)
- Kühlschrank und Gefrierfach von innen und aussen (Gummidichtungen!)
- Geschirrspüler von innen (inkl. Sieb und Sprüharme)
- Alle Schränke und Schubladen innen und aussen
- Dunstabzugshaube inkl. Fettfilter
- Armaturen und Spüle kalkfrei
- Arbeitsflächen und Rückwand
- Boden (auch unter Sockelleisten und hinter dem Kühlschrank)
- WC innen und unter dem Rand
- Dusche/Badewanne (inkl. Abfluss)
- Lavabo und Spiegel
- Alle Armaturen kalkfrei
- Fliesen und Fugen
- Badezimmerschrank/Spiegelschrank innen
- Böden (saugen und feucht wischen)
- Fenster innen und aussen, inkl. Rahmen, Falze und Fensterbänke
- Sockelleisten
- Lichtschalter und Steckdosen
- Heizkörper (auch zwischen den Lamellen)
- Storen/Jalousien (beide Seiten)
- Einbauschränke und Garderobenschränke innen und aussen
- Türen und Türrahmen
- Keller und Estrich (gefegt, leer)
- Waschküchenanteil sauber
- Balkon/Terrasse gereinigt
- Treppenhaus vor der Wohnungstür
Während der Abnahme – Ihre Rechte und Tipps
Der Tag der Abnahme ist gekommen. So verhalten Sie sich optimal:
Vor dem Treffen mit der Verwaltung: Gehen Sie noch einmal durch die gesamte Wohnung und prüfen Sie alle Punkte Ihrer Checkliste. Fotografieren Sie den Zustand jedes Raums mit Datum und Uhrzeit – als Beweis für den einwandfreien Zustand.
Während der Begehung:
- 1Gehen Sie gemeinsam mit dem Verwalter systematisch Raum für Raum durch
- 2Bestehen Sie auf ein schriftliches Abnahmeprotokoll – dieses Dokument ist Ihr wichtigstes Beweismittel
- 3Lesen Sie das Protokoll genau durch, bevor Sie unterschreiben
- 4Tragen Sie Vorbehalte direkt ins Protokoll ein, wenn Sie mit einer Beanstandung nicht einverstanden sind
- 5Verlangen Sie eine Kopie des Protokolls – sofort, nicht erst per Post
- 6Übergeben Sie alle Schlüssel und lassen Sie die Anzahl im Protokoll quittieren
Wichtig: Sie haben das Recht, eine Begleitperson mitzunehmen – einen Freund, Familienangehörigen oder jemanden vom Mieterinnen- und Mieterverband. Unterschreiben Sie nie ein leeres oder unvollständiges Protokoll. Und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen: Wenn Sie mit einer Beanstandung nicht einverstanden sind, vermerken Sie das schriftlich.
Häufige Mängel und wie Sie sie vermeiden
Die häufigsten Beanstandungen bei Wohnungsübergaben in der Schweiz lassen sich grösstenteils vermeiden, wenn man sie kennt:
- Kalk an Armaturen und Fliesen: Der Klassiker, besonders in Regionen mit hartem Wasser. Eine professionelle Reinigung mit Abnahmegarantie deckt dies ab.
- Nicht gereinigte Fensterfalze und -rahmen: Viele Mieter reinigen die Glasscheiben, vergessen aber die Falze. Die Verwaltung prüft diese fast immer.
- Backofen und Kühlschrank nicht von innen gereinigt: Häufig übersehen, aber immer geprüft. Besonders Backofenbleche und die Gummidichtung des Kühlschranks.
- Bohrlöcher nicht oder schlecht gefüllt: Sichtbare Dübel oder schlampig verspachtelte Löcher fallen sofort auf. Nehmen Sie sich Zeit, die Löcher sauber zu füllen und zu schleifen.
- Storen verschmutzt oder beschädigt: Die Reinigung von Lamellenstoren ist aufwändig – viele Mieter lassen sie ausfallen. Verwaltungen prüfen sie aber.
- Silikonfugen vergilbt oder schimmelig: Vergilbte oder verschimmelte Silikonfugen können nicht gereinigt werden – sie müssen erneuert werden. Informieren Sie die Verwaltung vorab.
- Keller oder Estrich nicht leergeräumt: Vergessene Kartons im Keller sind ein häufiger Grund für eine verzögerte Kautionsfreigabe.
Mit einer professionellen Umzugsreinigung mit Abnahmegarantie vermeiden Sie die meisten reinigungsbezogenen Probleme. Auf cleanify.ch finden Sie geprüfte Anbieter in Ihrer Region.